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Die Leipziger Straße und die Antonstraße zwischen Schlesischem und Albertplatz sollen umgebaut werden. Dabei sind weder sichere Radverkehrsanlagen noch Schutzbereiche für die Fußgänger vorgesehen.

Wir als ADFC haben im Planfeststellungsverfahren Einspruch erhoben, damit die Planungen umgearbeitet werden. Baumaßnahmen, die den Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer insbesondere älterer Menschen und Kinder vernachlässigen, dürfen nicht umgesetzt werden.

Der alte Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung vor der Wahl den Ausbau des rechtselbischen Elberadweges von der Moritzburger Straße bis zum Pieschener Winkel, einschließlich Radwegebrücke Mole - Leipziger Straße beschlossen.

Für einen zeitnahen Baubeginn sind die notwendigen Planungs- und Genehmigungsunterlagen zu erstellen und die Finanzierung ist ab 2004 umgehend sicherzustellen. Somit wird endlich die Lücke zwischen dem neuen Elbradweg zur Innenstadt und dem Ballhaus Watzke geschlossen. Damit entsteht nicht nur ein touristisch interessanter Fahrradweg, vor allem Alltagsradler aus Mickten, Pieschen und Trachau profitieren von dieser Radroute abseits der großen Straßen.

Anbindung mangelhaft

Leider wird die Anbindung an die Leipziger Straße überhaupt nicht fahrradfreundlich. Zwischen Ballhaus Watzke und Alttrachau soll demnächst Baustart sein. Die Radfahrer werden dabei komplett auf die Fußwege abgeschoben, das Benutzen der Fahrbahn wird verboten. Pflaster an Einfahrten und Kreuzungen sowie ungenügende Absicherung an Haltestellen und Straßeneinmündungen sollen Radfahrern das Leben schwer machen.

Der ADFC hat einige Dresdner Bürger unterstützt, die im Planfeststellungsverfahren Einspruch erhoben haben. Wir hoffen, dass aufgrund dieser Einsprüche die Planungen überarbeitet werden, und wir auch auf der Leipziger Straße sichere Radverkehrsanlagen erhalten.

Während sich die Dresdner streiten, ob wir nun eine neue Elbbrücke für fast 160 Millionen Euro brauchen und ob wir uns das leisten können, verfällt das übrige Straßennetz schneller, als es repariert werden kann.

So auch die kleine Brücke über die Weißeritz im Zuge der Bienertstraße. Für Autos schon lange gesperrt, ermöglicht sie den Radfahrern der Stadtteile Löbtau-Süd, Dölzschen und Naußlitz eine attraktive Verkehrsverbindung. Hier kommt man abseits der Hauptstraßen nach Plauen und zur Universität.

Die Brücke war schon lange baufällig und wurde durch die  Flut 2002 zusätzlich beschädigt. Nun soll sie abgerissen werden. Grund ist der hochwassertaugliche Umbau der Weißeritz. Die kleine Brücke wäre zu kurz für den verbreiterten Fluss.

Neue Brücken, damit mehr Autos in die Stadt rollen?

Obwohl Fördermittel für den Wiederaufbau bereits genehmigt sind, fehlte das Interesse bei Stadt und konservativer Stadtratsmehrheit. Die Gelder sollen in andere Projekte umgeleitet werden.

So existieren Planungen für eine neue Hauptstraße über die Hofmühlen-, Fabrik- und Freiberger Straße in die Innenstadt. Um diese Straße an die Tharandter Straße anzubinden, sollte in Altplauen ein großer Kreisverkehr mit zwei aufwändigen Flußbrücken entstehen.

Die bescheidene Brücke für Radfahrer und Fußgänger schien dagegen als purer Luxus zu gelten - für sie gibt es keine konkreten Planungen.

Entwicklung des Stadtteils wird verhindert

Wir als ADFC wendeten uns gemeinsam mit der Initiative Plauen gegen diese Planung. Es wäre nicht nur eine attraktive Radverbindung unterbrochen. Viel schlimmer ist, dass damit die von den Plauenern angestrebte Entwicklung der Hofmühlenstraße zum Stadteilzentrum mit renovierten Dorfhäusern, mit Cafés, mit Flanierweg und Zugang zum Fluss unmöglich geworden wäre.

Auch aus verkehrstechnischer Sicht ist der Straßenbau nicht notwendig. Die Tharandter Straße ist nicht so belastet, dass sie eine neue Umgehung braucht. Eine weitere Einfallstraße erhöht zudem den Verkehrsdruck auf die Innenstadt und verstärkt damit deren Stauprobleme.

Stadt und Stadtrat sollten Zeichen setzen

Der ADFC forderte Stadtrat und Stadtverwaltung auf, die Weichen für eine Zukunft des Plauener Unterdorfs als verkehrsberuhigten Bereich zu stellen. Nur wenn sich Anlieger sicher sein können, dass ihr Stadtteil eine attraktive Wohngegend wird, werden sie in ihre Häuser investieren.

Statt Geld für neue Straßen auszugeben, sollten besser die bestehenden Straßen saniert werden. Die Tharandter Straße wartet schon lange auf Radfahrstreifen und Asphaltdecke, die Bienertstraßenbrücke auf den Ersatzbau.

Engagement mit Erfolg

Nach den Kommunalwahlen 2004 hat sich die Situation geändert. Die neuen Stadträte konnten von dem Potential des Gebietes überzeugt werden. Die Verwaltung ging auf die Büger zu und erarbeitete gemeinsam Lösungen für einen kleinen Kreisverkehr mit einer angepassten kleinen Brücke. Die Hofmühlenstraße wird verkehrsberuhigt, so dass deren Entwicklung zum Stadtteilzentrum nichts mehr im Wege steht. Lediglich die Gestaltung des Üferbereichs der Weißeritz und die Finanzierung des Ersatzbaus der Bienertstraßenbrücke sind noch offen.

(Jochen Böttcher, ADFC-Dresden)

Links:

Im Jahr 2004 erhob der ADFC Widerspruch im Planfeststellungsverfahren für den Umbau der Leipziger Straße (Schreiben hier: http://www.adfc-dresden.de/files/2011_und_davor/2004-04-25-Widerspruch_PF_Leipziger_BA2_BA3_oAZ.pdf). Ein Jahr spät (24.03.2005) hieß es auf adfc-dresden.de:

In der Zwischenzeit ist die Antwort auf den Einspruch eingegangen. Die Stadt schlägt als Kompromiss vor, Alltagsradfahrern das Benutzen der Straße zu ermöglichen (Gehwege nur als "Radfahrer frei").

Im Erörterungstermin ging es um einen Radfahrstreifen wenigstens zwischen Rankestraße und Dreyßigplatz, um Aufpflasterungen der Straßeneinmündungen und um weitere Detailfragen.

Mit dem ganzen Aufwand haben wir erreicht, dass die Gehwege nun nicht mer als benutzungspflichtige Radwege ausgeschildert sind, sondern nur noch "Gehweg, Radfahrer frei". Somit kann jeder wählen, ob er lieber sicher und zügig auf der Fahrbahn oder vorsichtig und langsam auf dem Gehweg fahren will. Mit diesem Kompromis können wir gut leben.

Der Vorschlag der "angehobenen Radfahrbahn" wurde nicht umgesetzt. Allerdings haben wir damit eine Diskusion in Gang gesetzt, die nun damit endet, dass diese Lösung an anderen Straßen in Dresden gebaut werden wird. 

{mosimage}Am Montag den 10. Mai lud der ADFC zu einer Podiumsdiskussion "Radverkehr in Dresden" mit Vertretern aller Parteien in das Rathaus ein. Vor gut gefülltem Festsaal stellten sich die Parteivertreter den Fragen des ADFC und des Publikums.

Diskussionsgrundlage war das Protokoll der Diskussionsveranstaltung - Vor der nächsten Wahl Nachlesen und Nachprüfen!

Waldschlößchenbrücke - neue Türen öffnen

ADFC und BUND appellieren an das Regierungspräsidium Dresden, den Bau der Waldschlößchenbrücke nicht zu genehmigen.

Eine solche Entscheidung braucht Mut, sieht sie doch auf den ersten Blick so aus, als würde eine wichtige Investition verhindert. In Wahrheit würde eine solche Entscheidung den dringend erforderlichen Impuls für einen effektiven Finanzmitteleinsatz und eine Technologieoffensive im Verkehrssystem der Landeshauptstadt Dresden geben.

Handlungskonzept Verkehr

Vielfalt belebt und bietet Sicherheit. Die Vielfalt der Fortbewegungsmöglichkeiten ist wichtiger Bestandteil städtischen Lebens. Dresden profitiert davon, dass seine Einwohner sich bei vielen Gelegenheiten zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder per Fahrrad bewegen. Die Stichworte dazu sind z.B. Lärmschutz, effektive Flächennutzung und urbane Straßenräume. Auch der Einzelne profitiert, z.B. von der Bequemlichkeit des Reisens in der Straßenbahn, von der Schnelligkeit des Fahrrades auf kurzen Wegen, von der besonderen Erlebbarkeit städtischer Räume zu Fuß. Für Kinder und Jugendliche sind Bus, Bahn und Fahrrad sogar die einzige Möglichkeit, unabhängig von Erwachsenen die Stadt außerhalb des eigenen Wohngebietes zu entdecken und damit wichtige soziale Lernschritte zu vollziehen.

Die Vielfalt der Fortbewegungsmöglichkeiten wird gestört, wenn Verkehrsplanung unter der generellen Dominanz des Autoverkehrs geschieht, anderen Nutzungen dafür Raum entzogen wird und Sicherheit verloren geht. Eine solche Tendenz ist leider auch in Dresden seit einigen Jahren zu verzeichnen, auch wenn das Verkehrskonzept der Landeshauptstadt Dresden dem "Umweltverbund" (Fuß-, Fahrrad- und Öffentlicher Personennahverkehr) den Schwerpunkt des innerstädtischen Verkehrs zuweist.

Deshalb wurde vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Dresden e.V. (ADFC), dem Fußgängerschutzverein FUSS e.V. Ortsgruppe Dresden und dem Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) Ortsgruppe Dresden das Handlungskonzept zusammen erarbeitet. Anhand konkreter Fallbeispiele von Verkehrssituationen in Dresden werden grundlegende Forderungen zur Verbesserung der Situation des Umweltverbundes dokumentiert.

An vielen Stellen zeigen sich erhebliche Probleme bei der Nutzung des Umweltverbundes in Dresden. Tagtäglich müssen zahlreiche Hindernisse überwunden werden. Das vorliegende Konzept erhebt keinen Anspruch auf vollständige Zusammenstellung der Problemstellen, sondern ist als Handlungsaufforderung an die zuständigen Ämter und Politiker im Rathaus zu verstehen. Es verdeutlicht die Handlungsnotwendigkeiten anhand von Einzelbeispielen und zielt damit auf den Zeitraum der nächsten Jahre. Aber auch für eine etwas längerfristige Betrachtung möchten die Autoren bereits einige Anregungen geben, wenngleich der Schwerpunkt auf kurzfristigen und mit vergleichsweise einfachen Mitteln umzusetzenden Ideen liegt.

Ziel dieses Papiers ist, dass bei allen Verkehrsplanungen in der Stadt im Ergebnis eine Verbesserung der Sicherheit, der Freizügigkeit und der Verkehrsqualität für Fußgänger, Radfahrer und Fahrgäste des öffentlichen Verkehrs erreicht wird. Dies kann und muss auch kurzfristig erreicht werden. Die Vorschläge des Papiers sollen Politik, Verwaltung und allen Interessierten dazu Anregungen und Hinweise geben.

Die Langfassung ist hier als PDF-Datei verfügbar (334 KB).

einbahnstrasse.jpgDie Anzahl der Autos in Dresden geht stetig zurück. Waren im Jahr 2000 noch 211.000 PKW angemeldet, sank diese Zahl auf 198.600 PKW Anfang 2009. Das entspricht einem Rückgang um 12.400 Autos oder etwa 6 Prozent. Hauptursache dafür sind die gestiegenen Kraftstoffpreise und der steigende Altersdurchschnitt der Dresdner.

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