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Offensichtlich geht der Schild-Bestand an "Radfahrer absteigen" und "Radweg Ende" - Schildern in der Landeshauptstadt zur Neige. Und so behilft man sich mit dem Schild "Verbot für Fahrzeuge aller Art". Der Umstand, dass offenbar die "Radfahrer absteigen"-Schilder alle sind, wäre eigentlich Anlaß zu Hoffnungen gewesen, dass nun eine vernünftige Verkehrsführung zustande kommt. Doch wir werden wohl weiter hoffen müssen. Denn Radfahrer sind auch an der Baustelle des Lennéplatzes auch weiterhin sich selbst überlassen. Für die Fußgänger, insbesondere für Menschen mit Kinderwagen und Rollstühlen, wurde extra ein Hindernisparcours aus Schotter eingerichtet.

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Auch an der Kesselsdorfer Straße (übrigens Teil der "Radroute Nord-Süd") war eine sinnvolle Führung des Radverkehrs nicht möglich. Nicht einmal zu einem Schild hat es gereicht.

Dass dieser Radweg auch im Normalfall schon kein Vergnügen ist (führt durch Haltestellen, Wartebereiche von Fußgängern und direkt an parkenden Autos vorbei), macht die Sache nicht gerade besser. 

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Der Radweg war zunächst eine Woche lang kommentarlos zugestellt. Seit dem 10.August ist nun ein kleines Hinweisschild "Radfahrer absteigen" angebracht (aus ca. 1 m Entfernung lesbar), seitdem bis heute keine Veränderung der Situation, keine Vorwarnhinweise und keine Möglichkeit, den Radweg fahrend zu verlassen (hohe Bordsteinkante, parkende Autos), Konflikte zwischen Fahrradfahrern und Fußgängern vorprogrammiert oder gewünscht(?).

Obwohl dieser Radweg nicht benutzt werden muss (kein blaues Radwegschild) sollte die Stadt doch darauf achten, dass auch Radfahrer den Wunsch haben, voran zu kommen. Ein sicherer Übergang auf die Straße ist sicherlich nicht zuviel verlangt.

Rad- und Autofahren scheint etwas besonderes zu sein. Alltagstätigkeiten schaffen es normalerweise nicht, die Gefühle so in Wallung zu bringen wie wenn sich Menschen berädert auf der Straße begegnen.

Dort entwickelt sich mitunter ein eigenartiger Gerechtigkeitsinn. Die Fahrer fühlen sich emotionsgeladen als Opfer, Richter und als Strafvollzieher gleichermaßen. Emotionen sind immer gut zu missbrauchen. In Wien schießt sich die konservative Volkspartei auf Radfahrer ein (Radrowdys ), um bei Autofahrern zu punkten.

In der konservativen Zeitung Die Presse ruft die Journalisten Sibylle Hamann zur Gelassenheit auf. Sie erklärt auf angenehm ruhige Art, was schiefläuft auf den Straßen. Einen Text, der so gut ist, dass wir ihn euch nicht vorenthalten wollen:

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Endlich wird das marode Stück der Radverkehrshauptroute vor der Carolabrücke erneuert. Doch während der Bauzeit sollen Radfahrer und Fußgänger einen knapp 150 cm engen Schotterweg benutzen. Fahrräder sollen selbstverständlich geschoben werden. 

Niemand kommt auf die Idee, die Baustelle so zu planen, dass sie auch wirklich benutzt werden kann: alte Leute, Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen werden im Schotter kaum voran kommen. Eigentlich könnte jeder Planer schon vorher ahnen, dass Schotter kein geeigneter Belag für einen städtischen Weg ist.

Mit dem Fahrrad darf man bei dieser Beschilderung übrigens die Fahrbahn benutzen. Mehr dazu hier

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Zwischen Baum und tiefem, tiefem Kraut...

...fährt man mit dem Fahrrad. Nicht, dass es schon genügen würde, dass man auf Radwegen immer mal ungewollt durch die Botanik unterwegs ist - in erstaunlicher Regelmäßigkeit muss man sich aus der Botanik auch wieder herauskämpfen: Radweg Ende!

Damit Autofahrer möglichst nichts von der Baustelle mitbekommen, werden Radfahrer bis unmittelbar vor die Baustelle auf dem Radweg belassen, was dazu führt, dass sie dann an der Baustelle auf Abwege kommen (und den Gehweg befahren). Natürlich ist das nicht erlaubt, aber eine wirkliche Alternative dazu ist auch nicht vorgesehen. So kann man Verkehrserziehung natürlich auch betreiben.

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Und wieder ein Radwegende, das nicht wirklich sinnvoll gelöst ist. Die metallene Trennlinie zwischen Radstreifen und Autofahrbahn provoziert geradezu Stürze und ist besonders für ältere und ängstliche Radfahrer ein deutlicher Hinweis: ihr seid hier nicht erwünscht...

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Freiberger Straße, am World Trade Center:

Wieder eine Stelle, wo das Schild "Radfahrer bitte fliegen" passender wäre. Übrigens: der benutzungspflichtige Radweg, der hier beendet wird, fängt erst 100 Meter vorher an. Wäre es nicht vielleicht möglich gewesen, die Radfahrer erst gar nicht auf den Radweg, sondern gleich an der Baustelle vorbei zu leiten?

Und, wie in den meisten Fällen werden auch hier wieder Radfahrer dazu erzogen, auf dem Gehweg zu fahren. 

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Tja: Dresden und die Brücken. Anstatt die Albertbrücke und ihre maroden Gehwege endlich zu reparieren, werden Baken aufgestellt, die den ohnehin schon engen Geh- und Radweg noch enger machen. Radfahrer sind laut gültiger Rechtsprechung dazu gezwungen, etwa 80cm Abstand zu Fußgängern zu halten. Da dies auf dieser Brücke nur auf der Autofahrbahn möglich ist, ist es wohl langsam Zeit, das Radweg-Schild abzuschrauben. Und erst recht für Fußgänger ist der derzeitige Zustand unhaltbar.
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Für Radfahrer, die  nicht mehr Licht am Rad haben, als die StVZO-konforme 6V / 3W - Beleuchtung, könnte die Baustelle zum Verhängnis werden, weil man sie im Dunkeln zu spät sieht.

Man stelle sich so eine Baustelle mal auf der Autofahrbahn vor, die lediglich mit einem grauen Stahlzaun quer über die Fahrbahn gesichert ist: zurecht würden sich die Autofahrer beschweren ...

Seit diesem Jahr gibt es im Elbland den FahrradBus. Das sind Buslinien, die an Wochenenden und Feiertagen mit Fahrradanhängern unterwegs sind. Diese Busse verkehren auf den Linien 326 (Dresden-Moritzburg-Radeburg), 328 (Dresden-Volkersdorf-Radeburg), 415 (Meißen-Diesbar-Seußlitz) und 421 (Meißen-Weinböhla-Moritzburg).

Während der Sommerferien werden nun die Fahrräder kostenlos mitgenommen. Vielleicht ja ein Anreiz, die zahlreichen Radwandermöglichkeiten nördlich von Dresden zu entdecken.

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Schon seit einigen Wochen wird an der Ammonstraße gebaut. Dabei wurde ein gemeinsamer Geh- und Radweg eingerichtet, der mit einer Breite von etwa 1,20m und stellenweise deutlich darunter viel zu eng ist. Anstatt einer Überleitung der Radfahrer auf die Fahrbahn kommt hier ein bekanntes Schild zum Einsatz: Radweg Ende, Radfahrer absteigen!

Besonders die Kreuzung mit der Schweriner Straße hat es in sich: man kommt in die eine Richtung kaum auf den Radweg und in die andere Richtung gibt es keine Möglichkeit, sich regelgerecht in den fließenden Verkehr zu mischen.

Bienertbruecke Dresden PlauenBrückenstreit, wer will davon noch etwas hören? Doch nicht nur über die unsägliche Elbquerung am Waldschlößchen wird gestritten. Im Westen der Stadt gibt es eine kleine alte Brücke über die Weißeritz, an der sich die Geister scheiden.

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In Dresden nicht selten: damit der Autoverkehr auch an Baustellen ohne Behinderung rollen kann, wird extra für die Bauzeit eine neue Fahrspur (hier: auf eine bis dahin unberührte Wiese) asphaltiert. Dass für maximale Geschwindigkeiten auch ein Radfahrer-verboten-Schild dazu gehört, verwundert da kaum. Es hält sich trotzdem niemand dran...

Handlungsbedarf besteht auch noch an einer anderer Stelle, wie man auf dem Bild schön erkennen kann: Radfahrer bekommen es immer wieder mit der Angst zu tun, wenn sie vor Rechtsabbiegern deren Spur zu queren haben. Dies zu lösen, findet man aber im Gegensatz zu Zeichen 254 (Radfahrer verboten) nicht so wichtig.

Im Übrigen drängt sich der Verdacht auf, dass jemand im Straßen- und Tiefbauamt persönlich an den Erlösen eines Verkehrsschilderproduzenten beteiligt ist. Die Blechmengen, die in ihrer schieren Masse nur für Verwirrung sorgen können, sprechen eine deutliche Sprache. ;-)

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Man mag über Radwege denken, wie man will, aber immerhin wird der unbenutzbare Belag des Radwegs an der Teplitzer Straße nach Jahren repariert.

Und während der Bauzeit? Keine Umleitung. Keine Einfädelung der Radfahrer auf die Straße. Kein Hinweis für den Autoverkehr, dass nun mit Radfahrern auf der Fahrbahn zu rechnen ist. Und das auf einer wirklich stark befahrenen Route.

Alles hat seine Lebenszeit und irgendwann ist sie vorbei. Besonders gut ist das bei vielen Radwegen aus DDR- und Nachwendezeit zu erkennen: Der Asphalt gerissen, das Betonpflaster holprig, Bordsteine schief, Baumwurzeln entdecken den Weg zum Licht.

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Nachdem an der Löbtauer Straße vor wenigen Jahren Radwege mit äußerst hässlichen Rampen gebaut wurden, bekommen Radfahrer jetzt gezeigt, dass das Radfahren hier auch bei einer Baustelle sehr hässlich sein kann.

Es ist an dieser Stelle natürlich selbstverständlich, dass für den Autoverkehr auch innerhalb der Baustelle zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen.

Elberadweg_in_Schilda_2.jpgAlle Jahre wieder, während zweier Sommermonate, sperrt man in einer auch ohnedies schon weltweit Beachtung findenden Stadt eine von Touristen und Einheimischen stark frequentierte Radverkehrsroute. Ersatzlos.

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Die Güntzstraße ist eine der Straßen, die die TU Dresden mit dem Studentenviertel Dresden-Neustadt verbindet. Hier kommen täglich Unmengen von Radfahrern entlang. Dennoch gibt es hier natürlich keine andere Möglichkeit, als den Fuß/Radweg ersatzlos zu sperren. Zum Glück wurde ein in Dresdner Stadtverwaltungskreisen sehr beliebtes Schild nicht vergessen: Radfahrer absteigen.

Jetzt jede Woche neu: die Baustelle der Woche.

Herr Tatzel beim ADFCRadverkehrsbeauftragter stellt sich dem Radvolk

Vor zwei Jahren beschloss der Stadtrat, dem Radfahren mehr Gewicht zu geben. Neben verschiedenen Sofortmaßnahmen sollte die Verwaltung auch auf lange Sicht fahrradfreundlicher werden. Seitdem haben wir einen Zuständigen für Radverkehr, eine Einrichtung, für die wir lange gekämpft haben. Nach zwei Jahren war es Zeit, darüber zu diskutieren, was geschafft wurde und wo es hakt.

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Die Pressemitteilungen des ADFC Dresden

Meldungen zu Aktionen des ADFC Dresden

Dresden ist immer noch voll von Baustellen. Während der Autoverkehr bedacht wird, sollen sich Radfahrer einfach in Luft auflösen. Eine Führung durch die Baustelle oder abgesicherte Überleitungen auf die Fahrbahn gibt es so gut wie nie.

Die Unwissenheit der Bauleiter und die Ignoranz der Verantwortlichen in der Stadtverwaltung erzeugt viel Radfahr-Frust. Diese Sammlung soll zeigen, dass der Wahnsinn Methode hat und es sich nicht um zufällige Einzelfälle handelt.

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