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2020 05 08 Petersburger 2In dieser Woche wurden auf der St. Petersburger Straße zwischen Hauptbahnhof und Dr.-Külz-Ring breitere Radfahrstreifen markiert. Sie verfügen als Trennung zum motorisierten Verkehr über eine Sperrfläche, die einen gewissen Mindestabstand zwischen Radverkehr und Autos erzeugt. Die neu markierten Radfahrstreifen sind ca. 3 Meter breit und ermöglichen es Radfahrenden nebeneinander zu fahren. Auch das Überholen von Lastenrädern oder langsameren Gespannen, etwa mit Kinderanhänger, sind bei dieser Breite leicht innerhalb des Radwegbereichs möglich. Das bis Sommer 2019 bestehende Risiko, auf dem Rad mit einer sich öffnenden Autotür eines am Straßenrand geparkten Autos zu kollidieren ist mit der neuen Straßenaufteilung gebannt.

Der neu aufgeteilte Straßenraum in diesem Abschnitt ist für die St. Petersburger Straße ein großer Gewinn. Weil die Parkplätze am Straßenrand weggefallen sind, wird der Radverkehr durch Ein- und Ausparkvorgänge nicht mehr blockiert; auch entfällt die extreme Gefährdung durch so genanntes Dooring. Im August 2018 kam eine Frau in diesem Straßenabschnitt auf dem Weg zur Arbeit ums Leben, als sie auf dem damals noch sehr schmalen Radweg gegen eine plötzlich geöffnete Autotür prallte, auf die Straße geschleudert und von einem fahrenden Auto mitgerissen wurde.

Der Unfall sorgte nicht nur in der Dresdner Radfahrerszene für einen Aufschrei der Empörung und die Forderung nach einem Umdenken bei der städtischen Verkehrsplanung und nach einer sofortigen Entschärfung des Straßenabschnitts. In kürzester Zeit erhielt eine Petition des ADFC über 5.000 Unterschriften, die forderte, dass die sehr eng am Radweg verlaufenden Parkplätze sofort entfernt werden und ein breiterer Radweg mit mehr Sicherheitsabstand zum motorisierten Verkehr angelegt werden soll. Ein Antrag der Fraktion der Grünen im Stadtrat zielte zur Sicherheit des Radverkehrs auf der St. Petersburger nahezu wortgleich auf die Streichung der Parkplätze. Auch die Stadtverwaltung machte ihre Hausaufgaben, verlegte im Sommer 2019 die Parkplätze tatsächlich vom Straßenrand weg und prüfte darüber hinaus ähnliche Abschnitte im Dresdner Straßennetz. Die Bearbeitung der zahlreichen Stellen ist immer noch im Gange.2020 05 08 Petersburger 1

Mit dem bisher unsicheren und schmalen Abschnitt der St. Petersburger Straße ist an einem entscheidenden Abschnitt der „Nord-Süd-Route“ die Sicherheit des Radverkehrs verbessert worden. Für 2020 ist 1,5 Kilometer nördlich auf derselben Route die Einordnung von Radfahrstreifen auf weiteren 600 m Strecke vorgesehen. Für das Projekt auf der Albertstraße, dem ebenso eine Petition des ADFC Dresden vorangegangen ist, liegt seit kurzer Zeit der Förderbescheid des Freistaat Sachsen vor.

Die Arbeiten an der St. Petersburger Straße sind noch nicht endgültig abgeschlossen. Schon heute ist aber leicht zu erkennen, dass die Neuaufteilung des Straßenraums einen enormen Sicherheitsgewinn für den Radverkehr bringt.

August 2018: Nach Unfall: ADFC fordert in Petition geschützte Radspuren auf St. Petersburger Straße
Juni 2019: St. Petersburger Straße wird sicherer