Nav Ansichtssuche

Navigation

Kesselsdorfer Straße: Für Parkplätze ist Geld da

Seit Juli 2011 dürfen Radfahrer auf der Kesselsdorfer Straße auch auf der Fahrbahn fahren. Das Verwaltungsgericht Dresden hatte zuvor entschieden, dass die Radwege zu unsicher sind und nicht den Standards der StVO entsprechen. Für eine Sanierung der Radwege oder die Einrichtung von Fahrradstreifen auf der Fahrbahn fehlte der Stadt das Geld. Lediglich die blauen Radwegschilder, die das Radfahren auf der Fahrbahn untersagten, wurden abmontiert. Nun wurden an der Stelle des Radwegs für 31.000 Euro 25 Parkbuchten für Autos gebaut.

"Für Autoparkplätze hat die Stadt offenbar zusätzliche Geldreserven", wundert sich auch Konrad Krause, Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Dresden (ADFC). "Die Kesselsdorfer Straße hat für den Radverkehr eine hohe Bedeutung. Deshalb sollten hier breite Fahrradstreifen markiert werden. Am Geld kann das ja eigentlich nicht scheitern. Schließlich war für die 25 Autoparkplätze ganz plötzlich auch eine ordentliche Summe übrig. Offensichtlich spielt der Komfort der PKW-Fahrer für die Stadtverwaltung eine größere Rolle als die Sicherheit auf der Straße."

 

Statt nur auf die Parkplätze für Autos zu achten, tritt der ADFC dafür ein, dass auch Fahrräder sicher geparkt werden können. "Erstaunlich finde ich, dass die Löbtau Passage überhaupt eine Baugenehmigung bekommen hat, obwohl kein einziger Fahrradständer vorhanden ist, an dem man sein Rad richtig anschließen kann", sagt Krause. Ähnlich sieht es auf der Kesselsdorfer Straße aus. Nach Untersuchungen sorgen Radfahrer und Fußgänger für einen deutlichen höheren Umsatz als Autofahrer. "Die Händler könnten sich doch zusammenschließen und bei der Stadt Druck machen für Fahrradparkplätze vor ihren Geschäften. Dann wäre die Kesselsdorfer Straße für den Einkauf mit dem Rad attraktiver. Anstattdessen subventioniert die Stadt das Parken weiterer Autos im Straßenraum, obwohl das Parkhaus der Löbtau Passage kaum ausgelastet ist".