TPL_BEEZ2_NAV_VIEW_SEARCH

TPL_BEEZ2_NAVIGATION

Dieser Tage wurden auf dem Radweg der landwärtigen Richtungsfahrbahn des Dr.-Külz-Ringes neue, gut sichtbare und vor allem großformatige Fahrradpiktogramme auf den Asphalt aufgebracht um die Konflikte mit dem abbiegenden KFZ-Verkehr in die Seitenfahrbahn vor der Sparkasse und dem Holiday-Inn-Hotels sowie den zumeist unachtsam flanierenden Fußgängern zu vermindern.

Der dortige Radweg wird vor allem von auswärtigen Gästen sehr oft als Fußweg fehlinterpretiert und somit meist in gesamter Breite genutzt um zur naheliegenden Ampel an der DVB-Haltestelle Prager Straße zu gelangen.

Haben Sie von der Fahrradsternfahrt in Berlin gehört?

Am Sonntag vor zwei Wochen, am 3. Juni 2012, fand die jährliche sogenannte Fahrradsternfahrt in Berlin statt. Etwa 150.000 Menschen demonstrierten auf der vom ADFC Berlin organisierten Veranstaltung für bessere Radverkehrsbedingungen. Die 19 gefahrenen Routen mit einer Gesamtlänge von etwa 1.000 km führten auch über die Berliner Stadtautobahnen, vereinigten sich nach und nach und endeten alle auf einem Umweltfestival am großen Stern.

Es ist erstaunlich, dass eine so große Demonstration kaum in den Medien präsent ist. In überregionalen Medien gab es überhaupt keine Berichte von der Massenkundgebung. „Wäre ich nicht zufällig vor Ort gewesen, hätte ich nichts von der Sternfahrt mitbekommen“, wundert sich Franz-Richard Kunze, Redakteur des Reflektor-Magazins. „Die breiten Berliner Straßen waren so weit das Auge reicht voll von Demonstranten“.

Was sagt das über unsere Mobilitätskultur in Deutschland aus? Stündlich wird in seriösen Medien berichtet, wo 1.000 Autofahrer im Stau stehen (das entspricht 3 km Länge). Gehen 100.000 Menschen für bessere Radverkehrspolitik auf die Straße, verdient das offenbar kein öffentliches Wort ...

autosNachdem in den letzten eineinhalb Jahren die Arbeit am neuen Verkehrsentwicklungsplan für Dresden eher hinter verschlossenen Türen stattfand wird nun die Öffentlichkeit einbezogen. Am 18. Juni 2012 findet im Stadtmuseum eine Podiumsdiskussion zum aktuellen Stand der Erarbeitung statt. Die Bürger können sich informieren, wie Planungsbüro, Verwaltung, Wissenschaftlicher Beirat und der Runde Tisch sich gemeinsam bemühen, sichere und bezahlbare Mobilität bis 2025 zu sichern.

Und man kann Fragen stellen. Zum Beispiel welchen Platz der Radverkehr in der Planung einnehmen wird, welche Folgen sich aus dem sinkenden Autoverkehr ergeben werden oder wie die Verkehrssicherheit verbessert werden soll. Interessant wäre auch zu erfahren, ob das seit 6 Jahren ausstehende Radverkehrskonzept zusammen mit dem Verkehrsentwicklungsplan fertiggestellt wird.

2. Podiumsdiskussion Verkehrsentwicklungsplan 2025 plus
Montag, 18. Juni von 18 bis 20 Uhr
im Festsaal des Stadtmuseums
Wilsdruffer Straße 2 (Eingang Landhausstraße)

12-06-13_pohlandstrInzwischen ist auch die Einbahnstraße in der Pohlandstraße zwischen Schandauer und Wormser Straße für Radfahrer freigegeben, sodass eine direkte Verbindung zwischen dem Nahversorgungszentrum Pohlandpassage und den Stadtteilen Striesen/Blasewitz über weniger stark befahrene Nebenstraßen entstanden ist. Eine kurzfristige Öffnung der Abschnitte zwischen Niederwaldstraße und Hüblerstraße sowie entlang der Hüblerstraße zwischen Berggartenstraße und Schillerplatz wurden hingegen negativ beschieden.

Immerhin könnte durch wenige Eingriffe eine attraktive Route zwischen dem Wohngebiet Gruna und Blauem Wunder und ein Anschluss zum Elberadweg entstehen. Im Vorfeld der Wahl wollte die Oberbürgermeisterin sich noch dafür einsetzen, dass der Teil auf der Hüblerstraße innerhalb eines Jahres nach Amtsantritt freigegeben wird. Man sieht, was daraus geworden ist.

Da ein Radverkehrskonzept außerhalb des 26er-Rings nach wie vor fehlt (von der Umsetzung ganz zu schweigen) und der Wille zur systematischen Überprüfung der Freigabe von Einbahnstraßen fehlt (der ADFC berichtete), bleibt den Bürgern wohl nichts anderes übrig als sich die Durchlässigkeit des Straßennetzes Stück für Stück "auf Raten zu beantragen".

fahrradstadtplanSeit dieser Woche gibt es beim ADFC den neuen Fahrradstadtplan. Für alle neuen und alten Radfahrer, die nach einem kurzen Weg durch Dresden suchen, ist der Fahrradstadtplan ein nützliches Accessoir.

Im letzten Jahr waren 40 MItglieder des Vereins ehrenamtlich in der Stadt unterwegs und haben die Qualität von Fahrbahnen und Radwegen beurteilt. Der neue Stadtplan zeigt nicht nur die Qualität von Radwegen, sondern auch direkte Routen über Nebenstraßen. Der Fahrradstadtplan ist im ADFC-Laden, Bischofsweg 38, Mo. 10-14 Uhr, Mi. 15-19 Uhr, erhältlich.

Kosten

Im ADFC-Laden kostet der Fahrradstadtplan 5 Euro, für 8 Euro versenden wir ihn auch deutschlandweit.

Kein anderes Verkehrsmittel lässt sich so leicht fördern wie der Radverkehr. Dennoch: Große Pläne - wie der eben vorgestellte Nationale Radverkehrsplan - leben nicht nur von tollen Ideen, sondern von den Finanzen, die für die Umsetzung bereitstehen.

Eine solche Stelle, wo regelmäßig Geld fehlt, ist der Ausbau und Erhalt von Radwegen an Bundesfernstraßen. Im Jahr 2010 standen dafür noch 100 Mio. € zur Verfügung. 2011 wurde diese Summe auf 80 Mio. gesenkt, 2012 weiter auf 73 Mio €. Ab nächstem Jahr will Ramsauers Ministerium für den Bau von Radwegen an Bundesstraßen nur noch 50 Millionen Euro bereitstellen. Wir sind also inzwischen bei einer Halbierung des Etats angelangt. Ob das im Jahr 2013 eine so gute Idee ist, werden wir nach der Bundestagswahl im Herbst wissen. Die Zahl der zurückgelegten Wege nimmt seit Jahren ordentlich zu. Oder anders gesagt: Immer mehr Wähler sind mit dem Rad unterwegs.

Fahrräder sind Fahrzeuge und gehören auf die Fahrbahn. Am Mittwoch und auch schon letzte Woche hat die Polizei deshalb auf der Augustusbrücke Gehweg-Radfahrer angehalten. Besonders auf der Brücke nervt diese Spezies nicht nur, sondern gefährdet die Fußgänger. Gerade auf der Augustusbrücke, die jeden Tag über 4000 Radfahrer überqueren, ist eine Mischung mit den Fußgängern nicht vertretbar. Wenn alle mit ihrem Rad auf der Fahrbahn fahren, so sinkt auch für jeden Einzelnen die Angst vor den Autos. Erfreulich wäre natürlich, der Stadtrat würde Geld bereitstellen für Radstreifen auf der Brücke, wie sie im Radverkehrskonzept für die Innenstadt versprochen wurden. Dann wären solche Polizeiaktionen wahrscheinlich überflüssig.

Dieser Tage meldete die Sächsische Zeitung: "Hauptbahnhof bekommt Fahrradstation". Daraus wird nur wahrscheinlich leider nichts. Die eigentliche Nachricht heißt: Die Bahn will eine eher abgelegene 310m² kleine Fläche loswerden. Dort, wo sich früher, in ausreichender Entfernung vom Plebs, der Bahnhofseingang des Königs befand, kann sich die Bahn vorstellen, dass jemand bewachte Parkmöglichkeiten für Fahrräder, eine Reparaturwerkstatt für Fahrräder und einen Fahrradverleih anbietet.

Der erste Haken: Die Bahn müsste zwar an sich ein Interesse daran haben, dass mehr Menschen Rad und Bahn kombinieren, statt das Auto zu nehmen. Durch die Trennung von Netz und Betrieb profitiert DB Station und Service aber nicht von einem solchen Angebot. Wenn mehr Fahrgäste mit der Bahn fahren, hat zum Beispiel DB Regio etwas davon oder der VVO. Nicht aber DB Station und Service. Folge: Die Bahn will vor allem die Fläche vermieten und ruft für dafür marktübliche Preise auf. Unter diesen Bedingungen ist eine Fahrradstation nicht rentabel.

 

Seit die Flügelwegbrücke vor 6 Jahren mit viel Geld umgebaut wurde, müssen Radfahrer, die aus Cotta über die Brücke wollen, den Gehweg befahren und dabei eine stark frequentierte Haltestelle durchqueren. Der ADFC und viele, die die Strecke täglich befahren, haben sich von Anfang an um mehr Sicherheit und Komfort bemüht. Auch Bus-Fahrgäste fühlten sich in der Haltestelle nicht sicher.

Vor viereinhalb Jahren, im September 2007, kündigte die Hauptabteilung Mobilität an, Radfahrer und wartende Fußgänger zu trennen. Die Radfahrer sollten demnach die rechte der drei Fahrspuren benutzen, eine der beiden Linksabbiegerspuren für Autos wegfallen.

Inzwischen ist einiges passiert: Es gab eine Oberbürgermeisterwahl, eine Stadtratswahl und die Hauptabteilung Mobilität wurde aufgelöst. Nur an dem Geh- und Radweg quer durch die Haltestelle, an dem hat sich noch nichts getan. Braucht die Stadt wirklich so lange, um am Flügelweg für Sicherheit zu sorgen? Oder fehlt der Wille, die Situation zu verbessern, weil dann eine der beiden Linksabbiegespuren wegfallen würde?

Am zweiten Septemberwochenende (7. - 9. September) bietet der ADFC Dresden eine 3-tägige Radtour ins Neißetal zwischen Zittau und Bad Muskau an.

Es gibt noch wenige freie Plätze. Melden Sie sich jetzt an, entweder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Anruf in der Geschäftsstelle des ADFC Dresden (0351 - 501 39 15).

Sechs Monate ist es her, seit die Stadt die „kleine Albertbrücke“ für den Fuß- und Radverkehr freigegeben hat. Schwere Planungsmängel wurden schon zur Eröffnung deutlich, als Radfahrer auf dem winterglatten Holzbelag stürzten. Die Stadt wies damals alle Schuld von sich und behauptete, alles wäre nach den Regeln der Technik geplant und gebaut worden – was ob neuerlich aufgetretener Schäden immer weniger einleuchtet. Balken biegen sich, Nägel werden locker und die Oberfläche wird holpriger. Dass es von insgesamt 2700 Balken bei den nur 25 bleiben wird, die nun bereits ausgetauscht wurden, ist stark zu bezweifeln. Die Brücke hat immerhin erst ein Achtel ihrer geplanten Lebenszeit hinter sich und vielleicht muss sie wegen Bauverzug noch länger halten.

Seit 2005 ist die Zahl der Radfahrer auf der Brücke um über die Hälfte angewachsen. „Die Albertbrücke ist bei täglich 10.000 Radfahrern mit Abstand die bedeutendste Brücke für Dresdens Radverkehr, Tendenz steigend“, sagt Franz-Richard Kunze, Redakteur der Zeitschrift des ADFC Sachsen Reflektor. „Ob die Stadt hier an der falschen Stelle gespart hat?“

In den letzten Monaten wurde die Radverkehrspolitik in Dresden durch ein Bicycle Policy Audit (BYPAD) untersucht. BYPAD dient der Evaluierung und Qualitätsverbesserung kommunaler Radverkehrspolitik und wurde bislang in ca. 140 Städten bzw. Regionen in 21 Ländern Europas angewendet. Erreichbar ist eine Benotung auf einem Level zwischen 1 und 4. Dresden hat eine Bewertung von 2,3 erhalten. Die Level bedeuten im Einzelnen:

Nachtrag: Der durchaus kritische und detaillierte BYPAD-Abschlussbericht steht inzwischen auf der Webseite der Stadt Dresden.

Nächsten Dienstag ab 19 Uhr trifft sich wieder der ADFC-Stammtisch. Ob Fahrradkurier, Alltagsradler oder Radsportler: Jeder ist eingeladen, am Fahrradstammtisch über alles, was mit Fahrrädern zu tun hat (und alles andere natürlich auch) zu quasseln.

Diesmal trifft sich der Stammtisch im Stilbruch, Böhmische Str. 30.

Auch dieses Jahr wird am Elberadweg einiges passieren: Unterhalb der Carolabrücke soll der Radweg auf Altstädter Seite über den bisherigen Parkplatz geführt werden, auch ein Teilstück unter dem Blauen Wunder könnte dieses Jahr fertig werden. Und für den Bau eines linkselbischen Parallelwegs zwischen Albertbrücke und Blauem Wunder ist immerhin Geld im städtischen Haushalt eingestellt. Wann es losgeht, ist bislang noch unklar. Am Ballhaus Watzke in Pieschen sind die Bauarbeiten dagegen bereits abgeschlossen.

Doch an vielen Stellen besteht noch Nachholbedarf: Bis mindestens 2014 wird das marode Großpflaster auf dem Körnerweg Radfahrer durchschütteln. Auch die Verlängerung des Weges in Richtung Pillnitz wird wohl noch länger auf sich warten lassen. Schließlich fehlt zwischen der Niederwarthaer Brücke und dem Dresdner Ortsausgang auf der linken Elbseite ein Stück Radweg Richtung Meißen, weshalb die Nutzer des Elbradwegs im Moment auf die B6 ausweichen. Ganz zu schweigen von der erheblichen Lücke des rechtselbischen Wegs zwischen Altmickten und Kaditz.

Und auch die Elbbrücken sind bisher nur an einigen Punkten an den Elberadweg angebunden. An der Marienbrücke fehlt eine Anbindung völlig, an der Augustusbrücke ist sie nicht legal nutzbar (Gehwege) und die Albertbrücke wird auch nach ihrer Sanierung nur auf der Neustädter Seite an den Elbradweg angeschlossen sein.

Aber nicht nur bauliche Mängel muss Politik und Verwaltung beheben. Die Filmnächte durften Radfahrer letztes Jahr erstmals während Veranstaltungen auf dem Elbradweg durchqueren. Ob das auch nach einer neuen Ausschreibung der Filmnächte so bleibt, ist keineswegs sicher.

Man kennt das: Eine rote Ampel, man will rechts abbiegen, doch weil ein Grünpfeil für den Autoverkehr zu gefährlich wäre, oder Autos nicht rechts abbiegen dürfen, müssen auch Radfahrer warten, bis es wieder grün ist. An vielen Stellen eigentlich sinnlos. Beispiele? Vom Külzring nach rechts in die Wallstraße, von der Könneritzstraße nach rechts in die Schweriner oder von der Freiberger nach rechts in die Hertha-Lindner-Straße.

In Frankreich dürfen an ausgewählten Kreuzungen Radfahrer bei Rot fahren. Sogar geradeaus. Einzige Einschränkung: Fahrzeugen und Fußgängern, die grün haben, muss natürlich die Vorfahrt gewährt und, wenn nötig, gestoppt werden. Die Maßnahme ist ein Schritt zur Förderung des Radverkehrs und dient ausdrücklich dazu, die Verkehrssicherheit und Regelakzeptanz von Radfahrern zu erhöhen. Radfahrer werden oft an Ampeln im Toten Winkel das Opfer abbiegender Autos. In den Niederlanden und mehreren französischen Städten war zuvor testweise die Grünpfeil-Regelung eingeführt worden - mit positiven Ergebnissen.

Eine ähnliche Regelung gibt es in Leipzig. Dort befindet sich an der Nürnberger Straße eine Ampel für Radfahrer mit grünem Pfeil, der ausschließlich für Radfahrer gilt. Wann kommen solche cleveren Regelungen auch nach Dresden?

Die Berliner Polizei hat's verstanden. Es muss mehr für die Sicherheit von Radfahrern getan werden. Und zwar in einer Weise, die tatsächlich zur Verringerung der Unfallzahlen beiträgt, indem bei den bedeutendsten Unfallursachen angesetzt wird statt bei denen, die am einfachsten zu kontrollieren sind. Vor allem unaufmerksames Abbiegen von Kraftfahrern, die Hauptursache von schweren Radverkehrsunfällen, will die Berliner Polizei stärker verfolgen. Auch das Parken auf Radwegen und in der zweiten Reihe sollen nicht weiter als Kavaliersdelikt betrachtet werden. "Jeder Polizist soll jedes parkende Auto auf einer Radspur aufschreiben", schreibt der Tagesspiegel.

Auf Lichtkontrollen an Fahrrädern will man hingegen weitgehend verzichten. Denn ein Blick in die Unfallstatistik zeigt, dass defektes oder fehlendes Licht in deutlich weniger als 1% der Fahrradunfälle eine Rolle spielen. Auch ist seit Jahren bekannt, dass die meisten Radfahrer verletzt werden, wenn sie Vorfahrt haben oder auf Grün vertrauen. Und darum ist es mehr als angebracht, dass die Polizei auch in anderen Städten die Prioritäten bei Verkehrskontrollen neu justiert.

Der ADFC Dresden ist zuversichtlich, dass auch Dresden dem Berliner Beispiel folgen wird. Die Fahrradstaffel der Dresdner Polizei sollte die schlimmsten Gefahrenstellen für Radfahrer inzwischen kennen und in der Lage sein, an diesen gezielt für mehr Sicherheit zu sorgen. Auch wenn die Unfallszahlen langsamer steigen als die Anzahl der Rad fahrenden Menschen und somit für den einzelnen Radfahrer das Risiko sinkt, ist jeder Verletzte einer zuviel. Und wenn der Radverkehr noch sicherer wird, steigen auch mehr Menschen aufs Rad um - ein Gewinn für alle. Mehr Radverkehr bedeutet mehr Lebensqualität und weniger Stau auf Dresdner Straßen.

kopenhagenDie Landeshaupstadt Dresden will mehr für Radfahrer tun. Laut Tagespresse vom 28.3.2012 stehen Erhöhung der Sicherheit, das Schaffen von mehr und besseren Abstellmöglichkeiten sowie die Förderung von Leihsystemen auf dem Programm.

Das ist gut für alle Bürger. Jeder geradelte Kilometer bringt finanzielle Vorteile für die Gesellschaft. Allein die gesundheitlichen Auswirkungen durch die Bewegung sorgen dafür, dass die Krankenkassen spürbar entlastet werden. Nach einer Studie der Universität Wien leben Menschen, die für ihre täglichen Wege vom Auto auf das Fahrrad umsteigen, deutlich länger. Das vorhandene Unfallrisiko wird um ein Vielfaches durch bessere Fitness ausgeglichen.

Aber auch die, die auf das Auto angewiesen sind, haben Vorteile, wenn mehr geradelt wird. Mehr Radverkehr führt zu weniger Autoverkehr und somit zu weniger Stau. Fahrräder benötigen keine Autoparkplätze, sorgen also auch hier für eine Entspannung.

Der Hauptgrund für die zunehmende Nutzung des Zweirades bei vielen Dresdnern dürfte aber einfach bei ganz egoistischen Gründen liegen. "Man ist in der Stadt einfach schnell und bequem unterwegs. Man muss keinen Parkplatz suchen und spart Benzingeld." so Konrad Krause. "Das Fahrrad ist einfach das beste Verkehrsmittel für die Stadt."

Die Albertbrücke ist die Brücke mit dem meisten Radverkehr in Dresden. Etwa 10.000 Radfahrer queren hier täglich die Elbe. In naher Zukunft soll die Brücke saniert werden und das ist auch höchste Zeit. Nicht nur Bauschäden machen ihr zu schaffen, auch die Bedingungen für Radfahrer und Fußgänger sind suboptimal. Aber auch in der Neuplanung der Albertbrücke wurden grundlegende Probleme nicht angepackt: Es gibt keine Abbiegespur in die Glacistraße, die Anbindung an den Elberadweg bleibt auf der Altstädter Seite mangelhaft und der Radweg ist vom Gehweg nicht baulich getrennt - Konflikte zwischen Fugängern und Radfahrern sind vorprogrammiert.

Nachdem die Hinweise des ADFC zur Planung der Albertbrücke im Vorfeld der Planungen leider ignoriert wurden, hat sie der Fahrradclub nun im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens erneut eingebracht.

Damit Menschen vom Auto auf das Fahrrad umsteigen, legen sie - noch vor besseren Radwegen - Wert auf sichere Fahrradstellplätze (siehe ADFC - Fahrrad-Monitor 2011 (pdf), S. 37). Auch in Dresden mangelt es noch an Möglichkeiten, das Fahrrad abzustellen.

Zwar hat die Stadt in den letzten Monaten an einigen Stellen neue Fahrradbügel aufgestellt, es bleibt aber noch viel zu tun und zwar nicht nur an den Bahnhöfen. Der Bedarf ist riesig. Schon seit langem fehlen beispielsweise am World Trade Center Fahrradparkplätze. Statt der großen Nachfrage gerecht zu werden, wurden im Jahr 2011 dort sogar welche weggenommen. Verbesserungen sind nicht in Sicht. Auch Supermärkte bekommen in Dresden selbst dann eine Baugenehmigung, wenn sie zu wenige und minderwertige Fahrradständer aufstellen.

Aus internen Kreisen hört man, dass es für Hausbesitzer nicht leicht ist, Fahrradbügel im öffentlichen Raum - beispielsweise vor Geschäften oder Wohnhäusern mit hoher Fahrradnutzung - aufzustellen. Wir bleiben dran und hoffen auf Besserung. Einen kleinen Beitrag kann jeder leisten, indem er bei der Stadt seinen Bedarf anmeldet.

Die Deutsche Bahn lässt im Service für ihre Kunden weiter nach. Zum 1. März 2012 wurde nun das Gepäckcenter am Hauptbahnhof geschlossen. Dort bestand für ca. 50€ pro Jahr die Möglichkeit, sein Rad witterungsgeschützt und vandalismussicher unterzubringen. Für Pendler war das wirklich ein Segen: Sie konnten mit der Bahn nach Dresden fahren und sich dann mit ihrem Rad flexibel durch die Stadt bewegen. Martin Ritscher, der aus Bautzen kommt und in Dresden arbeitet sagt: "Ab heute Nacht steht mein Rad nun also wieder draußen und ich reise jeden Morgen aus Bautzen mit der Unsicherheit an, ob nicht irgendwelche Idioten ihm wieder einmal Schaden zufügt haben."

Schon seit Jahren wird immer wieder mal erwogen, an den beiden großen Bahnhöfen Fahrradstationen einzurichten. Die vielen Fahrräder vor den Bahnhofsgebäuden und Erfahrungen aus anderen Städten deuten darauf hin, dass man so etwas in Dresden gut betreiben könnte. Nun also einen Schritt zurück: Ritschers Kollegen, die aus der Ferne anreisen und ein Rad am Hauptbahnhof stehen haben, sind schon öfter Opfer von Vandalismus oder Diebstahl geworden.

Unterkategorien

Die Pressemitteilungen des ADFC Dresden

Meldungen zu Aktionen des ADFC Dresden

Dresden ist immer noch voll von Baustellen. Während der Autoverkehr bedacht wird, sollen sich Radfahrer einfach in Luft auflösen. Eine Führung durch die Baustelle oder abgesicherte Überleitungen auf die Fahrbahn gibt es so gut wie nie.

Die Unwissenheit der Bauleiter und die Ignoranz der Verantwortlichen in der Stadtverwaltung erzeugt viel Radfahr-Frust. Diese Sammlung soll zeigen, dass der Wahnsinn Methode hat und es sich nicht um zufällige Einzelfälle handelt.

Sie haben selbst Bilder von aktuellen Baustellen, an denen Sie sich nicht wohl fühlen? Senden Sie sie uns unter Angabe von Straße, Datum und Uhrzeit der Aufnahme an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Wir veröffentlichen sie dann hier.