TPL_BEEZ2_NAV_VIEW_SEARCH

TPL_BEEZ2_NAVIGATION

tn_GeorgplatzImmerhin 73% der Stickoxide und 79 % des Feinstaubs in Dresden sind durch den Verkehr verursacht (s. Entwurf des Luftreinhalteplans S. 43). Dresden droht wegen der hohen Luftverschmutzung eine Umweltzone. "Luftschadstoffe machen krank. Schon deswegen sollte es nicht unser Ziel sein, die Grenzwerte nur gerade so einzuhalten. Wir müssen dafür sorgen, dass Dresden eine saubere Stadt wird. Uns sollte es zuerst um die Gesundheit der Bürger gehen", sagt Konrad Krause vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Dresden (ADFC).

Um die Umweltzone noch zu verhindern, muss die Stadt etwas tun. Mit dem Luftreinhalteplan ist noch keine wesentliche Besserung der Luftqualität eingetreten. Bisher fehlte es immer am Geld, um Alternativen wie das Radfahren zu fördern. Es gibt immer noch kein Radverkehrskonzept für Dresden. Und eine der wichtigsten Radverbindungen Dresdens, die Nord-Süd-Route, weist seit Jahren eklatante Sicherheitsmängel auf.

An der Königsbrücker Straße wird entgegen den Beschlüssen des Stadtrats eine vierspurige Variante voran getrieben. Gleichzeitig plant die Stadt so genannte Pförtnerampeln am oberen Ende der Königsbrücker, um den Autoverkehr zu begrenzen. "Erst wird vierspurig geplant, dann ein Großteil der Autos wieder ausgesperrt. Das ergibt doch keinen Sinn" wundert sich Krause.

Nicht nur der vierspurige Ausbau, auch die Pförtnerampeln sind nicht kostenlos. Etwa 100.000 Euro müsste die Stadt für die Umprogrammierung einer einzigen Ampelanlage wie am Olbrichtplatz bezahlen. Die Stadt plant einige solcher Ampelanlagen. Der ADFC fordert als kostengünstige und wirksame Alternative ein groß angelegtes Programm neuer Radstreifen auf Straßen, die auf die Innenstadt zulaufen. "Ein Meter Radstreifen kostet 15 Euro. Die Kosten einer Ampelanlage ergeben etwa sechseinhalb Kilometer Radstreifen."

 

Dieses umfasst unter anderem Radstreifen auf dem Blauen Wunder, Öffnung der Hüblerstraße in beide Richtungen für den Radverkehr, Radstreifen auf Naumannstraße/Barteldesplatz/Käthe-Kollwitz-Ufer, Ausbau des Elberadwegs vom Blauen Wunder bis Pillnitz, Radstreifen auf Kesselsdorfer und Freiberger Straße,  und statt Pförtnerampeln an der Königsbrücker Straße/Olbrichtplatz Radstreifen am Albertplatz, der Königsbrücker Straße, der Albertstraße/Carolabrücke, der Bautzner Straße und der Antonstraße.

"Statt immer neuer Ampelanlagen und Verkehrsleitsysteme müssen wir es endlich mehr Menschen ermöglichen, ihre alltäglichen Wege mit dem Rad zurückzulegen. Regulierung des Autoverkehrs allein begründet noch keine ambitionierte Verkehrspolitik. Unser Vorschlag eines Sofortprogramms für Radstreifen ist kostengünstiger und wirkungsvoller", so Krause abschließend.