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Gleichberechtigung des Radverkehrs wäre schon ein Fortschritt

Die Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz möchte Dresden zu einer Modellstadt für den Verkehr der Zukunft machen. In einem Interview stellt sie unter anderem fest, dass der Radverkehr in den letzten Jahren stark angewachsen ist. "Diese Wendung von Frau Orosz ist sehr erfreulich", sagt Konrad Krause, Sprecher des ADFC Dresden. "Wir sind gespannt, welche Konsequenzen Frau Orosz daraus ziehen wird". Die Auflösung der "Hauptabteilung Mobilität", das gescheiterte Fahrradverleihsystem und das ewige Hickhack um das Radverkehrskonzept deuteten bisher in eine andere Richtung.

"Der Radverkehr in Dresden ist in den letzten Jahren eher trotz der Verkehrspolitik der letzten Jahre so stark angewachsen anstatt wegen ihr", sagt Krause. Die Situation für Radfahrer hat sich in den letzten Jahren nur punktuell verbessert. Ein Konzept für den Radverkehr in der Stadt liegt nicht vor und wird bisher auch nicht verfolgt, obwohl es bereits vor 5 Jahren vom Stadtrat in Auftrag gegeben wurde. Die Reisegeschwindigkeit des Autoverkehrs hingegen hat sich in den letzen Jahren um 40% erhöht.

"Wenn man sieht, dass sich der Radverkehrsanteil seit der Wende fast verdreifacht hat, ist es unverständlich, warum es beispielsweise immer noch keine sichere und komfortable Elbquerung für Radfahrer gibt." so der ADFC-Sprecher.

Der Radverkehr muss endlich als System betrachtet werden. Radfahrer brauchen sichere und komfortable Verbindungen mit Abstellmöglichkeiten an den Zielen. Auch ein Klima, in dem sich alle Verkehrsteilnehmer als gleichberechtigt wahrnehmen ist in Dresden noch nicht zu erkennen. Andere Städte machen längst Werbung dafür, dass die Leute aufs Rad umsteigen, denn ein höherer Anteil des Radverkehrs liegt im Interesse der Stadt. Jeder der zum Umsteigen auf das Rad animiert wird, hilft Lärm und Luftverschmutzung für unsere Stadt zu vermindern.

"Wenn Frau Orosz den Radverkehr künftig gleichberechtigt behandeln will, ist das mit dem Bau von ein paar Radwegen nicht getan. Im Gegenteil: an vielen Stellen behindern die Radwege in Dresden den Radverkehr eher und machen ihn teilweise sogar unsicherer."

Im Hinblick auf den ersten Schneefall ergänzt Konrad Krause: "Auch der Winterdienst darf nicht nur als ein Service für Autofahrer betrachtet werden. Mindstens auch die Hauptstrecken des Radverkehrs gehören im Winter vom Schnee beräumt. Nachdem nun schon zwei Jahre ihrer Amtszeit verstrichen sind, würden wir uns wünschen, dass sich Frau Orosz endlich für die Gleichberechtigung der Radfahrer einsetzt. Das wäre zeitgemäße Verkehrspolitik." so der ADFC-Sprecher abschließend.