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Der sächsische Verkehrsmininster Morlok irrt, wenn er behauptet, dass die vom Stadtrat beschlossene Variante der Königsbrücker Straße den Förderbedingungen des Freistaates widerspricht. Als förderfähig wird in den Richtlinien unter anderem "der Umbau von Straßen aus Gründen der Sicherheit sowie der Anpassung an geänderte Verkehrsverhältnisse, jedoch kein Rückbau" genannt.

Diese Bedingung trifft auf die beschlossene Planung zu. Der genutzte Verkehrsraum wird größer und nicht kleiner. Eine neue Aufteilung der einzelnen Verkehrsarten ist kein Rückbau, wie Herr Morlok behauptet. Wenn dem so wäre, hätten viele andere Vorhaben ebenfalls nicht gefördert werden dürfen, bei denen sich zum Beispiel die Gehwegbreiten verringert haben.

"Es sieht für uns aus wie ein Aufruf zur Steuerverschwendung, wenn der Minister eine vierspurige Variante fordert, die erwiesenermaßen keine höhere Durchlassfähigkeit für den Verkehr bietet", sagt Konrad Krause vom ADFC. Obwohl der Autoverkehr auf der Königsbrücker Straße in den letzten Jahren zurückgegangen ist und bis 2025 weiter um etwa 5.000 Autos am Tag sinkt, will Morlok dem Autoverkehr mehr Platz einräumen.

 

"Vielleicht sollte sich der Minister, bevor er sich das nächste mal zur Königsbrücker Straße äußert, bewusst machen, dass er in dieser Angelegenheit eine fachliche Entscheidung als Minister zu treffen hat. Die Meinung seiner FDP-Freunde hat hier keine Rolle zu spielen. Nachdem schon Jahre ohne Ergebnis ins Land gingen, ist es jetzt ein denkbar schlechter Zeitpunkt, mit abstrusen Forderungen nach Bauchgefühl die jahrelange Debatte erneut von vorn zu beginnen. Morloks Kasperletheater sollte zumindest nicht auf dem Rücken der Bürger ausgetragen werden, die an der Königsbrücker wohnen oder sie endlich mit dem Fahrrad benutzen wollen."

Trotz eines rasanten Wachstums des Radverkehrs in den letzten Jahren kann diese wichtige Straße von Radfahrern praktisch nicht genutzt werden. Bereits im Sommer 2009 hatte der ADFC Dresden in einer Petition gemeinsam mit über 1700 Unterstützern eine deutliche Verbesserung der Bedingungen für den Radverkehr und einen schnellen Baubeginn an der Königsbrücker gefordert. Der ADFC fordert von der Landesregierung nun, unverzüglich die Förderfähigkeit entprechend den Richtlinien zu bestätigen. Alle Verkehrsteilnehmer haben ein Recht auf Sicherheit im Straßenverkehr. "Ich möchte endlich auf der Königsbrücker Straße fahren können und zwar ohne Angst vor Speichenbruch und Gesundheit", so Konrad Krause abschließend.