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Trotz wachsendem Radverkehr bot sich den Dresdner Radfahrern über viele Jahre im Winter ein trauriges Bild: Radwege wurden nicht geräumt, der Schnee der Fahrbahn sogar extra auf die Radinfrastruktur geschoben. Und der Elberadweg, den tausende Radfahrer auch im Winter nutzen, erhielt mangels Räumung einen Eispanzer, der den eigentlichen Schnee oft mehrere Wochen überdauerte.

Der Umstieg auf Bus und Bahn ist oft keine Alternative und statt mit dem Rad nun im Auto über Schnee und Eis zu rutschen, kann eigentlich auch nicht im Sinne eines sicheren und komfortablen Verkehrs sein. Zahlreiche andere Städte haben die Vorteile eines auch im Winter nutzbaren Hauptnetzes für den Radverkehr erkannt und sparen sich so zusätzliche Busse, die die Last im Winter abfangen müssten sowie zusätzlichen Verkehrsraum für Autos.

In Kopenhagen, wo im Winter ein Hauptnetz schon seit vielen Jahren geräumt wird, nutzen beispielsweise 80% der Radfahrer ihr Rad auch bei Schnee und Eis - angesichts des hohen Radanteils in der dänischen Hauptstadt ergeben sich erstaunliche absolute Nutzerzahlen im Winter. Der Winterdienst auf Radwegen ist für Kopenhagen aber auch Teil des Erfolgs als Fahrradstadt: Wenn das Radfahren nur in manchen Monaten möglich ist, ist das Fahrrad als Alternative zu anderen Verkehrsmitteln insgesamt weniger attraktiv.

Viele Jahre setzt sich der ADFC Dresden deshalb bereits für ein Dresdner Rad-Winternetz ein. Nachdem Anfang 2013 ein Antrag der SPD für ein solches Netz scheiterte, stehen die Möglichkeiten beim zweiten, von Grünen und Linken vorangetriebenen Versuch, nun besser. Der ADFC hat mit einem Entwurf für ein Winternetz zugearbeitet und die Antragsteller inhaltlich beraten.

In erster Lesung wurde der neue Antrag zum Winterdienst, der auf dem SPD-Antrag von 2013 basiert, vom Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau beschlossen. Die ersten Ortsbeiräte haben bereits abgestimmt:

Klotzsche: Ablehnung
Plauen: Zustimmung
Cotta: Zustimmung
Neustadt: Einstimmige Zustimmung
Altstadt: Einstimmige Zustimmung
Blasewitz: Zustimmung

winterdienstkarte miniDer Winterdienst auf Radrouten ist erstaunlicherweise kein Thema, bei dem die Entscheidungslinien entlang der politischen Lager verlaufen. Während beispielsweise die Grünen den Rad-Winterdienst in ihrem Kommunalwahlprogramm stehen haben, ist ihr verkehrspolitischer Sprecher eher dagegen. Und die SPD-Fraktion, die einen sehr ähnlichen Antrag vor drei Jahren einbrachte, ziert sich zu einem klaren Bekenntnis. Gleichzeitig stimmte beispielsweise im Ortsbeirat Plauen ein Mitglied der FDP für den Antrag und im Ortsbeirat Neustadt sogar alle CDU- und FDP-Vertreter. Das zeigt die differenzierte Abstimmungslage, die sicher auch viel damit zu tun hat, ob die Entscheidungsträger im Alltag mit dem Rad unterwegs sind oder nicht.

Nach den Beratungen der Ortsbeiräte und des Finanzausschusses wird der Stadtentwicklungsausschuss und der Stadtrat den Antrag behandeln und - hoffentlich zustimmend - beschließen.

Erweiterung des Radweg-Winterdienstes, Antrag A0229/16 von Linken / Grünen im Stadtrat
Besserer Winterräumdienst auf Radwegen. Antrag A0700/13 der SPD-Fraktion von 2013
Pressemitteilung des ADFC Dresden zum Winterdienst, November 2015