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In den letzten Monaten wurde die Radverkehrspolitik in Dresden durch ein Bicycle Policy Audit (BYPAD) untersucht. BYPAD dient der Evaluierung und Qualitätsverbesserung kommunaler Radverkehrspolitik und wurde bislang in ca. 140 Städten bzw. Regionen in 21 Ländern Europas angewendet. Erreichbar ist eine Benotung auf einem Level zwischen 1 und 4. Dresden hat eine Bewertung von 2,3 erhalten. Die Level bedeuten im Einzelnen:

Nachtrag: Der durchaus kritische und detaillierte BYPAD-Abschlussbericht steht inzwischen auf der Webseite der Stadt Dresden.

 

Level 1 – Ad hoc – Ansatz
Auf diesem Level wird nicht viel für den Radverkehr getan. Nur wenn es unbedingt sein muss werden Maßnahmen und Aktivitäten gesetzt.

Level 2 – Isolierter Ansatz
Auf diesem Level werden vereinzelte, sporadische, jedoch nicht regelmäßige oder systematische Maßnahmen und Aktivitäten für den Radverkehr gesetzt.

Level 3 – systemorientierter Ansatz
Auf diesem Level werden regelmäßig und systematisch unterschiedliche Maßnahmen und Aktivitäten für den Radverkehr gesetzt.

Level 4 – Integrierter Ansatz
Auf diesem Level werden integrierte, regelmäßige und systematische Maßnahmen und Aktivitäten für den Radverkehr gesetzt, die auch andere Verkehrsarten betreffen. Der Radverkehrspolitik wird von anderen Politikbereichen als gleichwertig anerkannt und hat entsprechende Priorität innerhalb der Verkehrspolitik.

Im Gegensatz zu Schulnoten bedeutet also eine größere Zahl eine bessere Benotung. Und im Gegensatz zur Meldung von SZ-Online hat Dresden mit 2,3 keine "guten Noten" erhalten, sondern verfügt noch über keinen systemorientierten Ansatz und fördert den Radverkehr nur sporadisch und vereinzelt.

Auch die Landeshauptstadt Dresden versucht in einer Meldung, darüber hinwegzutäuschen und schreibt, dass Dresden sich "in guter Gesellschaft" mit Leipzig (2,2) und Münster (2,9) befindet. Eine Benotung von 2,9 spricht allerdings deutlich mehr für eine systematische Förderung des Radfahrens. Und wer mal in Münster war, wird sehen, dass man dort schon ein ganzes Stück weiter ist.

Hoffen wir, dass das BYPAD-Verfahren in Dresden nicht nur dazu benutzt wird, um sich selbst zu loben. Denn einer Analyse der Chancen und Probleme kann natürlich auch weitaus mehr folgen. Die aktive Arbeit hin zu einem integrierten Ansatz bei der Förderung des Radverkehrs. Wir würden uns freuen und machen gern mit.