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Unter dieser Schlagzeile veröffentlichte die Sächsische Zeitung einen Aufruf des ADFC. Die Leser sollen sammeln, was die Polizei alles falsch macht, damit wir bestehenden Handlungsbedarf aufzeigen können.

Tatsächlich rufen wir dazu auf, uns Fälle zu melden, in denen Radfahrer unberechtigterweise auf Gehwege geschickt werden, Anzeigen von Radfahrern gegen Nötigungen durch Autofahrer nur unwillig aufgenommen, Unfallursachen oder -statistiken inkorrekt interpretiert oder Radfahrer in Pressemitteilungen pauschal als problematisch oder schuldig dargestellt werden, obwohl Kraftfahrer viel häufiger Unfälle verursachen. So etwas gibt es immer wieder und wir ärgern uns darüber.

Ausnahme oder Regel?

Was wir aber nicht wissen, ist, ob solche Vorkommnisse verkraftbare Ausnahmen oder eher die Regel sind. Daher unser Aufruf, der versehentlich in einen zu großen Verteiler gesendet wurde und so in der Sächsischen Zeitung landete.

Die Polizei ist wichtig, wir wollen sie nicht vorführen oder gar ein Feindbild aufbauen. Sie ist die erste Stelle, wenn es um Verkehrssicherheit geht. Über die Jahre haben sich bei vielen Auto- und Radfahrern Verhaltensweisen eingebürgert, die höchst gefährlich sind. Auch auf die Verkehrsplanung kann die Polizei Einfluss nehmen. Das alles macht nur Sinn, wenn sie Bescheid weiß und professionell arbeitet.

Sollte das nicht der Fall sein, dann müsste etwas passieren. Denn wie sollen Verkehrsregeln vermittelt werden, wenn bei den Beamten selbst nur Halbwissen vorhanden ist? Wie soll Radfahren sicherer werden, wenn die Polizei nicht weiß, welches Fehlverhalten zu Unfällen führt. Eine andere Schwerpunktsetzung und Weiterbildungen könnten dann helfen.

ADFC ist aktiv

Aber nicht nur die Polizei ist gefordert. Auch wir sehen uns in der Pflicht, mit unseren begrenzten Mitteln etwas zu tun. So haben wir erst vor wenigen Wochen Radfahrer ohne Licht angehalten und mit ihnen vor Ort ihre Lichtanlage repariert. Diese Aktion fand gemeinsam mit der Polizei statt und es war eine sehr gute und angenehme Zusammenarbeit.

Derzeit in Arbeit sind Flugblätter, die über die Gefahren des Geisterradelns und des Fahrens auf dem Gehweg sowie über die Bedeutung der Radwegschilder aufklären sollen. Auf Landesebene haben wir eine AG Radverkehrssicherheit angeregt, die professionell und frei von Emotionen Handlungspotentiale zeigen und der Staatsregierung entsprechende Empfehlungen zuarbeiten soll.