TPL_BEEZ2_NAV_VIEW_SEARCH

TPL_BEEZ2_NAVIGATION

Der Lennéplatz soll umgebaut werden. Dabei ist vorgesehen, ein Teil der Bürgerwiese für zusätzliche Fahrspuren, Radwege und Bahnsteige zu opfern.

Die Pläne lagen bis zum 5. Oktober zur Einsichtsnahme aus. Bis zum 19. Oktober konnten Einwendungen erhoben werden.

Die Kritikpunkte

  • Enormer Platzbedarf verbunden mit Verlust historischer Parkanlagen und wertvoller Baumsubstanz,
  • Planung nach den bereits überholten und als falsch erkannten Verkehrsprognosen, dadurch Überdimensionierung,
  • Kapazitäts- und Geschwindigkeitserhöhung und somit umwelt- und stadtentwicklungspolitisch zweifelhafte Attraktivitätssteigerung des Autofahrens.

Die Kritikpunkte aus Radfahrersicht sind

  • Radwege neben sehr schmalen Gehwegen,
  • Verschwenkung des Rad und Gehweges am Beginn der Gerhard-Hauptmann-Straße
  • Wartebereiches für querende Fußgänger auf der falschen Seite des Radweges (an der gleichen Stelle),
  • Spur der Rechtsabbieger aus Gellertstraße liegt links neben den Geradeausfahrenden Radverkehr (Umfallgefahr zwischen Radfahrern und abbiegenden Kfz,
  • umständliche Führung der in die Tiergartenstraße abbiegenden Radfahrer sowie
  • Betonpflaster auf den Radwegen (wellige, wenig haltbare Oberfläche).

Positives

Neben der Kritik sind auch einige Dinge lobenswert :

  • die weitgehende Verwendung von Radfahrstreifen im Kreuzungsbereich,
  • die bereits in den Plänen dargestellten langen Rampen mit geringen Neigungen zu den Radwegen.

Die Pläne:

Zum Vergrößern bitte anklicken!

Lennéplatz - Parkstraße  Lennéplatz  Lennéplatz - Gerhard-Hauptmann-Straße  Lennéplatz - Richard-Strauß-Platz  Lennéplatz - Legende


Meldungen

Sächsische Zeitung
Samstag, 17. September 2005

Prominente für Bürgerwiese

Mit ihrer Initiative zur Rettung der Bürgerwiese wollen die Grünen auf Nummer sicher gehen. Gestern gaben sie die Namen einiger Prominenter bekannt, die ihren öffentlichen Aufruf zu dem Vorhaben unterstützt hätten. Darunter befinden sich der frühere Landeskonservator Heinrich Magirius und Stadtkonservator Hermann Krüger, wie die Stadtratsfraktion mitteilte.

Sie veröffentlichte zugleich einen neuen Vorstoß für den Stadtrat, nachdem die Verkehrsbetriebe (DVB) veranlasst werden sollen, ihren eigenen Genehmigungsantrag zurückzuziehen und durch eine neue Variante 15* zu ersetzen. Die DVB als Federführende beim Ausbau des Lennéplatzes hatten eine Variante eingereicht, die erhebliche Einschnitte in das Parkdenkmal zur Folge hätte. Der Bauausschuss hatte sich jedoch bereits darauf geeinigt, dass die schonendere Variante 15* verwirklicht werden soll. Er wollte die Änderung im Laufe des Verfahrens einbringen. (SZ/öse)

Sächsische Zeitung
Freitag, 1. Juli 2005

Streit um Bürgerwiese zurück im Ausschuss

Das umstrittene Konzept zum Umbau des Lennéplatzes, durch den der angrenzende Landschaftspark Bürgerwiese in Mitleidenschaft gezogen würde, wird noch einmal im Planungsausschuss behandelt. Der Stadtrat wies den Tagesordnungspunkt gestern zurück. Hier waren die Grünen traurig, die eine Änderung der Pläne anstreben. Zu ihrer Unterstützung war nämlich ein Fachmann extra aus dem bayerischen Aschaffenburg zur Sitzung angereist, der wegen der Überweisung doch nicht zu Wort kam.

Pressemitteilung B90/Grüne 30. August 2005:
Kostenexplosion am Lennéplatz (externer Link)

Dresdner Neueste Nachrichten
http://www.dnn-online.de/dnn-heute/54237.html

Grüne kämpfen um Grün auf der Bürgerwiese

Vielleicht kommt Parkstraße doch von Parkplatz, dem automobilen, und nicht von Park, dem grünen. Wie käme man sonst wohl auf die Idee, ausgerechnet auf der Parkstraße die Allee zu stutzen? Denn das hat die Stadt vor. Noch ist es ein besonders schönes Gefühl, mitten in der Stadt durch eine Ahornbaumallee RichtungLenné-Platz zu fahren. Nun sollen am Ende der Straße insgesamt 16 Bäume fallen. Das klingt an sich nicht viel, wäre es nicht genau dort. Denn die Anlage hatte sich einst Parkgestalter Peter Joseph Lenné als ergänzenden Teil der Bürgerwiese gedacht.

Die Fraktion der Bündnisgrünen versucht nun, den bereits in der vergangenen Wahlperiode vom Stadtrat gefassten Beschluss zum Ausbau des Lennéplatzes modifizieren zu lassen. "Natürlich muss hier baulich etwas geschehen", sagt Grünen-Sprecher Stephan Kühn. Aber es könnte doch etwas denkmal- und umweltverträglicher sein. Denn nicht nur die Bäume sollen für die Verbreiterung der Straßen gefällt, sondern auch ein Stück der Bürgerwiese zubetoniert werden. Auch hier sind es "nur" insgesamt 500 Quadratmeter - allerdings eines kleinen und früher von Dresdens Bürgern vehement verteidigten Parks.Die Bürgerwiese war der erste im Auftrag des Rates der Stadt für die Bürger angelegte Park Dresdens. Am 10. Februar 1838 trafen die Stadtväter dazu den Grundsatzbeschluss. Am 16. Januar 1859 erklärte sich der Parkgestalter Lenné bereit, die Anlage zu planen. Einen ersten "Angriff" auf den Park schmetterte der Stadtrat 1905 ab, da sollte der Zoo auf Kosten der Bürgerwiese erweitert werden. Ähnliche - letztlich doch nicht umgesetzte - Pläne gab es in der Endzeit der DDR.

"Den Baum erwischt es", zeigt bei einer Ortsbegehung Steffen Müller auf eine alte Weißpappel am Parkrand. Auch Müller als Mitglied von "Bürger für Dresden e.V." engagiert sich gegen den Eingriff in die Bürgerwiese. Etwa zehn alte Bäume wird es außer den Alleebäumen auf der Bürgerwiese "erwischen". "Uns geht es nicht darum, dass teure Umplanungen in Auftrag gegeben werden", sagt Stephan Kühn. Sondern die Stadt solle auf andere, bereits vorliegende Planungsvarianten zurückgreifen, bei denen die Straße nicht den Park schrammt. Kühn erwähnt auch ein Gutachten, das den Eingriff des Vorhabens in den Denkmalschutz thematisiert. Nach Ansicht der Grünen sei zudem ein so massiver Ausbau des Verkehrskreuzes Lennéplatz nicht nötig. Bei der den derzeit aktuellen Planungen zu Grunde liegenden Verkehrsprognose sei man von anderen Gegebenheiten ausgegangen. "Damals rechnete man noch mit dem Bau des Lenné-Park-Zentrums", weiß Kühn.

Heidrun Hannusch

25. Mai 2005 


Aufruf