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Seit 2007 wird an der Eisenbahnbrücke neben dem Neustädter Bahnhof gebaut. Eine Ende ist auf Monate nicht abzusehen. Im Abstand von jeweils einigen Monaten wird eins der Brückenelemente abgerissen. Für die erforderliche Baufreiheit wird dann für je ein Wochenende die komplette Brückendurchfahrt gesperrt. Soweit ist das nachvollziehbar.

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Nicht nachvollziehbar ist aber, dass seit dem Baustart der stark frequentierte, Zweirichtung-Rad-Fußweg keinen akzeptablen provisorischen Belag erhält.

Dafür, dass aller halben Jahr dort für wenige Tage einige Baufahrzeuge darauf fahren müssen, wäre es doch zumutbar diese Strecke anschließend für das kommende halbe Jahr wenigsten mit einem lehmigen, feinen Schotter zu überwalzen? Stattdessen liegen große scharfkantige Schotterbrocken auf der Strecke, die sich auch nach den Jahren nicht eingefahren haben. Bei jedem Regen bildet sich große Pfützen, die wegen des stark verdichteten Bodens nur langsam austrocken und vor allem wegen des losen Schotters besonders heimtückisch sind.

Nicht nachvollziehbar ist, dass allerlei Absperrgitter, meistens Wochen vor und nach deren Einsatz, an den ungüstigsten, nämlich schmalen und pfostenreichen Stellen (Bahnhofsecken) abgestellt werden. Nicht nachvollziehbar ist, dass regelmäßig Baufahrzeuge und Lieferfahrzeuge zweireihig auf der Schotterpiste parken und die an sich schon schmale Strecke fast unpassierbar machen.

Nicht nachvollziehbar ist, dass zweitweise im Wochenrhythmus neue Verbots- und Erlaubnisschilder aufgestellt wurden, die in der Summe nie schlüssig waren und jeglicher Logik entbehrten. Beispielsweise war der bahnhofsnahe Zweirichtungsrad- und fußweg über Jahre hinweg in rechtsführender Richtung als "Fußweg, Radfahrer absteigen" ausgeschildert, in der Gegenrichtung (links der Straße) paradoxerweise als "Fuß/Radweg".

Nicht nachvollziehbar ist, dass die erforderlichen Umleitungen für den Straßenverkehr sorgfältig ausgeschildert wurden, Radfahrer aber oft kommentarlos, gerne auch hinter der Bahnhofsecke, vor einem Absperrgitter standen. Die vorgesehene "Umleitung" führte dann beispielsweise über mehrere Anforderungsampeln auf die anderen Straßenseite, um dort das Rad auf einem Fußweg schieben zu können...  - einfach utopisch.

Schon 2007 bemängelte ich diese Zustände bei der Stadt Dresden. In einer pauschalen Antwort wurde versichert, dass alles nötige getan wird, um entsprechende Regelungen einzuhalten und der vorhandene Zustand den notwendigen Kompromiss darstellt. Der Radweg ist stadtauswärts eben nur ein Fußweg, eine sinnvoll Überleitung auf die Straße, beispielsweise durch Hinweisschilder und abgesenkte Bordsteine wird vermieden. "Eine Nutzung der Fahrbahn für Radfahrer stellt aus Sicht der Straßenverkehrsbehörde eine zu hohe Gefahr auf Grund des schlechten Fahrbahnzustandes, der eingeschränkten Sichtbarkeit durch die Lichtverhältnisse und der beengten Fahrbahn dar." Offiziell wird also seit 2007 das Rad dort geschoben.

Nach besonders "dreisten" Einschränkungen für Radfahrer im Sommer 2009 bemängelte ich erneut die Zustände vor Ort und erhielt, mit weitestgehend gleichem Wortlaut, die gleiche Antwort wie vor zwei Jahren.

Warum ein besserer Wegbelag nicht möglich sei, warum der Weg in die "falsche" Richtung mit Rad befahren werden darf, in die andere aber nicht und vor allem warum die Straße gefährlicher sein soll, also die regelmäßig zugeparkte und mit Warnbarken verstellte Schotterpiste, wurde mir im Detail nicht erklärt. Aber: "Der Baubetrieb wurde durch die Straßenverkehrsbehörde nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, die Beschilderungen entsprechend der Anordnung aufzustellen und den Geh-/Radweg verkehrssicher herzustellen."

In den Wochen darauf änderte sich - nichts. Wir sind ja in Dresden: Wo kein Wille, da auch kein Radweg.

Am Neustädter also nichts Neues? Doch. Zwei kleine erfreuliche Veränderungen gibt es seit einigen Wochen.

Die Straßeneinmündung an der Rückseite des Neustädter Bahnhofs ist auf eine Einfahrt zurückgebaut worden. Der Radweg führt nun rot geplastert ohne Bordsteinkante durch, die bisherige Dauergrünampel entfällt und der Radweg ist optisch besser wahrnehmbar. Der Kurvenradius ist zwar noch recht hoch und ermöglicht den Rechtsabbiegern auch dank weit abgesenkter Bordsteine weiterhin ein sportliches Einfahren, dies ist aber sicherlich dem LKW-Anlieferungsverkehr für den Supermarkt geschuldet. Leider hat man auch verpasst, den umwegigen Fußweg direkt neben den Radweg zu setzen, sodass Fußgänger weiterhin gerne an dieser an sich schon schmalen und sichtbeschränkten Kurve auf dem Radweg laufen.

Nummer Zwei: Offenbar ist es nach mehr als zwei Jahren nicht mehr zu gefährlich den Schotterweg auch stadtauswärts mit dem Rad zu befahren. Er ist jetzt endlich beidseitig und offiziell als Fuß- und Radweg ausgeschildert.

Und noch etwas Erfreuliches zeichnet sich ab. Die seit Jahren ungenutzen provisorischen Brückenpfeiler, welche etwa 300 Meter stadtauswärts den Fuß/Radweg beidseitig gefährlich verengen (für diesen Straßenabschnitt gilt seitdem "Fußweg, Fahrrad frei"), sollen in Zukunft zurückgebaut werden.