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Zellescher Weg 2013Stell dir vor, es sind Bauarbeiten und keiner merkt es! Nein, das darf nicht sein, nicht in Dresden, nicht für Radfahrer. Was man sich da nicht alles einfallen läßt, um auf die Existenz von Baustellen und die damit verbundenen Einengungen hinzuweisen!

Ein aktuelles Paradebeispiel kann seit dem 28. August 2013 auf dem Zelleschen Weg bewundert werden. Im Rahmen von Bauarbeiten ist der Radweg, dessen Benutzungspflicht aufgrund des Zustands ohnehin schon zweifelhaft ist, nicht nutzbar. Nun könnte man einfach an der vorherigen Einmündung die Benutzungspflicht aufheben und eine sichere Einfädelspur auf die Fahrbahn einrichten – schließlich ist das Fahrrad ein Fahrzeug und kein „Gehzeug“. Aber nein, der geneigte Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde ist um die Gesundheit und Feinmotorik der Einwohner besorgt, geht andere Wege und bastelt einen „Weg der Sinne“.

An der Haltestelle Staats- und Universitätsbibliothek werden zunächst die optischen Fähigkeiten getestet: es besteht nur, wer in der Lage ist, gleichzeitig die Fahrgäste an der Haltestelle, den plötzlich endenden Radweg und das im Absperrungsgewirr versteckte Zeichen für gemeinsamen Fuß- und Radweg zu orten. Hat man diese Vorrunde erfolgreich bestritten, geht es auf einen Weg mit einer Restbreite, die Radfahrer und entgegenkommende Fußgänger ins Schwitzen kommen lässt. Aber das ist man ja hierzulande gewöhnt, eine Erholungsstrecke also. Dann aber kommt das Finale: Angsthasen können noch schnell absteigen, ihr Gefährt den Räcknitzer Marktweg runterschieben (der ist ja als Fußweg beschildert, weil offenbar zu schmal) und so tun als wollten sie da sowieso entlang. Die richtig Harten fahren aber einfach unbeirrt weiter und passieren die zentral platzierte Litfaßsäule. Ob sie mehrheitlich umgangen, umfahren, umgefahren, übergangen oder gar überfahren wird, wird die nächste Verkehrszählung an dieser Stelle ergeben.

Aber egal welchen Weg Verkehrsteilnehmer hier wählen: Die Schulung des Gleichgewichtssinns ist gewiss und man lernt immer etwas dazu! So geht sie also, die Förderung der Volksgesundheit vom Straßenverkehrsbehörden-Planungsschreibtisch aus.

Ein positiver Aspekt soll aber nicht verschwiegen werden: Es ist eine neue Radwegdecke geplant, sodass man auf guten und glatten Belag hoffen kann. Chancen wurden trotzdem  leichtfertig verschenkt, da nicht an eine Verbreiterung des schon lange viel zu schmalen Radweges (nach links!) gedacht wurde. Ein Vorschlag dazu wurde schon in diesem Blog veröffentlicht. In ein paar Jahren, wenn das im Amt angekommen ist, werden dann vielleicht die Bordsteine wieder ausgegraben!