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Seit ein paar Monaten ist der linkselbische Elberadweg zwischen Niederwartha und Meißen befahrbar. Wir haben den Weg abgefahren und die neue Route kennengelernt.

Nachdem man es übers Meißner Straßenpflaster bis an den Meißner Ortsausgang geschafft hat, beginnt die neu gebaute Strecke: neue Blickwinkel, eine angenehme Umgebung und frischer Asphalt warten nur darauf, endlich entdeckt zu werden. Vor allem ist der neue linksseitige Elbradweg nicht so überlaufen, wie sein Pendant auf der anderen Elbseite.

Soviel zu den guten Nachrichten, nun der Rest: Jede Menge unnötige Anstiege prägen den neuen Radweg, gespickt mit zahlreichen, unmotiviert in die Landschaft gebauten 90-Grad-Kurven, bei denen man sehr oft nicht sehen kann, ob Gegenverkehr kommt, weil Hecken oder Zäune die Sicht behindern. Dadurch ist man gezwungen, ständig bis fast zum Stillstand abzubremsen. Zügiges und entspanntes Vorankommen ist nur an manchen geraden Abschnitten möglich. Auch könnte man stellenweise meinen, ein Erdbeben habe den Radweg gleich nach Fertigstellung hier und da verworfen. Poller stehen bereit, um die Beine des Radfahrers nachhaltig zu verletzen.

Update: Seit dem 6.9.2013 ist auch auf dem Dresdner Stadtgebiet zwischen der Niederwarthaer Brücke und der Stadtgrenze einen asphaltierten Radweg vorhanden. Der Rest der Meldung belassen wir aus historischen Gründen.

Der Höhepunkt kommt unmittelbar an der Stadtgrenze zu Dresden. Hier wird aus dem Asphaltband ein etwa 15 Zentimeter breiter Trampelpfad der übelsten Sorte. Wer mit Kinderanhänger oder einem nicht geländefähigen Rad auftaucht, kann hier umdrehen. Es heißt, Grundstückseigentümer würden die Dresdner Stadtverwaltung hindern, die fehlenden 250 Meter Radweg zu bauen. Merkwürdig, Straßen werden gerichtlich durchgesetzt wegen angeblichen Gemeinwohls. Für Wege des umweltfreundlichen Fahrrads scheinen andere Maßstäbe zu gelten.

Fazit

Bis die Stadt Dresden den Anschluss zwischen der Niederwarthaer Brücke und der Dresdner Stadtgrenze gebaut hat, wird sich kaum ein Radfahrer mit Kindern oder ältere Menschen auf den neuen linkselbischen Radweg trauen, weil vorher ein Abschnitt der vielbefahrenen B6 passiert werden muss. Wer linkselbisch zwischen Dresden und Meißen wirklich schnell unterwegs sein will, wird weiterhin die B6 nehmen. Im Moment gibt es also kaum potentielle Nutzer für den neuen Radweg-Abschnitt.

Allein der gute Belag und der Umstand, dass hier bislang kaum jemand unterwegs ist, machen den Radweg zu einer Alternativroute zwischen Dresden und Meißen. Außerdem ist der Weg höher gelegen als die rechtselbische Route und bei Normalem Hochwasser noch befahrbar.

Auswärtige Elberadweg-Touristen lassen jeden Tag im Schnitt 60€ in der Region. Mit dem Radtourismus lässt sich wirklich Geld verdienen. Dafür ist Wille und Durchsetzungskraft von Nöten. Die sind im Fall des linkselbsichen Radwegs zwischen Meißen und Dresden offenbar nicht ausreichend vorhanden.